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Unser Prinzenpaar

Pascal Wunderlich ist kein Fastnachter der ersten Stunde. Aber er kommt aus Mainhausen bei Seligenstadt, über die hessischen Landesgrenzen hinaus berühmt für närrischen Humor. Und Pascal Wunderlich engagiert sich politisch in seiner Gemeinde. Seit 2009 in der Jungen Union, seit 2016 Mitglied der CDU-Fraktion – spätestens seit seinem Einzug in den Gemeinderat ist die fünfte Jahreszeit in seinem Kalender fest verankert. „Ich muss mich in Sitzungen sehen lassen und gute Miene machen, wenn die Politik veralbert wird.“

Gezwungen werden musste Pascal Wunderlich aber nicht, als er vor wenigen Monaten gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, die Kampagne 2018 als Frankfurter Fastnachtsprinz anzuführen – nach gerade mal vier Monaten bei FES. Zweifellos eine steile Karriere, aber nicht nur: „Ich freue mich auf die Gesichter meiner alten Schulfreunde, die sich damals in den Vereinen engagiert haben und voll in der Fastnacht aufgegangen sind. Wie werden sie schauen, wenn ich erzähle, dass ich Prinz bin? Prinz von Frankfurt.“

Pascal Wunderlich gluckst lauthals. Humor ist ein Markenzeichen des gerade mal 27-jährigen Assistenten der Geschäftsführung. Er erzählt gerne, lacht viel.  Und er ist ehrgeizig, strotzt vor Energie, will Dinge anpacken und etwas bewegen. Bei FES mussten sie ihn deshalb auch erstmal beruhigen, dass während der zeitraubenden Kampagne nicht zu viel Arbeit unerledigt liegenbleibt. Nun aber gibt es für den Betriebswirt mit Schwerpunkt Finanzen und Wirtschaftsrecht nur eins: Vollgas!

Vater Frankfurter, Mutter Offenbacherin, Pascal selbst in Offenbach geboren, aber in Frankfurt zur Schule gegangen. Natürlich musste er sich von den Mitschülern viel anhören. „Wie oft habe ich versucht, den Unterschied zwischen der Stadt Offenbach und dem Landkreis zu erklären! Und ein Lehrer konnte sich bis zum Abitur meinen Namen nicht merken. Er hat immer nur Offenbacher zu mir gesagt.“ 

Manchmal treiben die nachbarschaftlichen Rivalitäten schon seltsame Blüten. Pascal Wunderlich hat schnell lernen müssen, plumpe Angriffe mit einem flotten Spruch zu kontern. Wenn jemand ein Buch mit Offenbach-Witzen schreiben könnte, dann er. Und noch ein Thema bringt er mit in diese Fastnachtskampagne, mit dem er thematisch bei mindestens 30 Prozent aller Frotzeleien mitreden kann: der öffentliche Personen- und Nahverkehr.

Seit der Schulzeit gehört das tägliche Fahren mit der S-Bahn zu seinem Alltag einfach dazu. Das ein oder andere Erlebnis kommt da automatisch. Und von Halt zu Halt erarbeitet man sich die Großstadt. Wunderlich freut sich, beruflich in der Großstadt angekommen zu sein. Für seine Firma, die FES, möchte er der Fastnacht ein paar Impulse geben. „Zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit. Ich finde es toll, dass sich die Frankfurter Fastnacht da so offen zeigt für neue Ideen.“

Pascal Wunderlich freut sich auf die Begegnung mit der Fastnacht. Die Frankfurter Fastnacht kann sich auf ihren Prinzen freuen. 

Schon als Kind liebte es Selina Landwehr (28), sich mit und vor ihren Freunden zu verkleiden und andere Rollen zu spielen. Als Jugendliche interessierte sie sich für japanische Mangas und Animés und fuhr mit ihren Freunden auf die Conichi-Convention in Kassel. Heute ist vor allem ihr Arbeitgeber FES das Bindeglied zur Fastnacht.

Geboren wurde unsere Prinzessin in Miltenberg/Unterfranken. Von dort stammen auch die ersten Kontakte zur Fastnacht, die dort Fasching heißt. „Damit kam ich ganz von allein in Berührung. Man war natürlich dabei und fragte nicht lang, warum. Das war einfach etwas Schönes.“

Auch wenn Selina schon im Alter von neun Jahren mit den Eltern in die Wetterau zog – auf die alte Heimat lässt sie nichts kommen: „Die Fränkische Saalfastnacht ist einfach die beste. Büttenreden werden nie einfach nur gehalten. Sie sind eingebettet in die Show.“ Schön findet sie auch, wie in Franken mit rivalisierenden Nachbarn umgegangen wird. Man lädt sie ein und erlaubt ihnen ausnahmsweise auch zu spotten. „Das sollten die Frankfurter doch mal mit den Offenbachern machen. Und umgekehrt.“

Auch in den Dörfern der Wetterau tobt bekanntermaßen die Fastnacht. Selina Landwehr aber interessierte sich als Jugendliche für Dragonball, Digimon oder Inuyasha. Eine Leidenschaft, die bis heute anhält.

Später kam eine besondere Bastelleidenschaft dazu: sogenannte Explosionsboxen, also schön beklebte Pappkartons, die sich im richtigen Moment überraschend öffnen und ihr Inneres offenbaren. Vor allem für die Partys ihrer Freunde und Kollegen wird sie immer wieder gefragt, ob sie nicht wieder etwas basteln könne. „Ich gehe darin richtig auf. Und ja, man kann sagen: Ich mag den Wow-Effekt.“

Der entscheidende Anschub, sich wieder der Fastnacht hinzugeben, kam durch den Beruf und durch den Vater, der bei der FES arbeitete. Noch als Schülerin kam sie nach Frankfurt, um vom FES-Unternehmensstand am Paulsplatz den großen Umzug zu sehen. „Dieses Erlebnis mit dem Vater und seinen Kollegen war einzigartig. Im Nachhinein kann man sagen: Das war mein Einstieg.“ Denn schon im ersten Ausbildungsjahr grüßte sie als 16-Jährige vom Wagen in die Menge.

Heute wird sie gar nicht mehr gefragt, ob sie mit ihrer farbenfrohen Perücke wieder dabei ist. Alle gehen davon aus. Seit 2007 hat Selina Landwehr keinen Frankfurter Umzug mehr verpasst - weder den großen am Sonntag in der Frankfurter Innenstadt noch den kleinen am Dienstag in Klaa Paris. „Die Fastnacht mit Kollegen zu feiern, finde ich sehr gut“, sagt sie. „Das entspannt den von vielen Hierarchien durchzogenen Arbeitsalltag und erleichtert es, auf lockere Art ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, das kann auch ein Modell für andere Firmen sein. So intensiv wie FES ist ja kaum ein Frankfurter Unternehmen der Fastnacht verbunden. Und wir haben richtig Spaß auf dem Wagen. Vermutlich zeigt das HR-Fernsehen uns deshalb so gerne und lange im Bild.“

Familie und Verwandtschaft werden genau hinschauen, wenn sie als Prinzessin nun noch öfter in Szene gesetzt wird. Ein bisschen ungewohnt wird sie sein, diese Rolle im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Aber sie freut sich darauf, viele neue Menschen kennenzulernen. Da kann der Beruf ruhig auch mal ein paar Monate zurückstehen. Mit gerade 28 Jahren gehört sie bei FFR, einem Tochterunternehmen von FES, schon zu den Erfahrenen. Selina Landwehr ist normalerweise verantwortlich dafür, dass die Zahlen stimmen. Ihr Markenzeichen: Ein scharfer und unbestechlicher Blick, äußerlich untermalt von der schwarz geränderten Brille. Doch Selina Landwehr beherrscht den Rollenwechsel.